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Aus der Region
Die aus Kalkstein des Jura bestehende Krakau - Tschenstochauer Hochebene mit ihren effektvollen Karstformen zählt zweifelsohne zu den malerischsten Regionen Polens. Adlerhorsten gleich thronten einst auf felsengespickten Anhöhen zahlreiche Burgen und Festungen über den Niederungen - über dem Feinde erhaben und selbst schier unerreichbar, ganz wie es die Erbauer im Sinn hatten, die sich das spezielle Landschaftsbild schon seit dem frühen Mittelalter strategisch zunutze zu machen wussten. Die wechselvolle Geschichte mit ruhmreichen Schlachten und Belagerungen und dem mit späterem Bedeutungsverlust einhergehenden allmählichen Verfall haben bis zum heutigen Tage sehr oft nur Ruinen überdauert. So auch die Burg zu Olsztyn, die mit zu den schönsten und interessantesten Besichtigungsobjekten der beeindruckenden "Adlerhorst-Route" (Szlak Orlich Gniazd) gehört.
Die erste schriftliche Überlieferung über Olsztyn datiert sich auf das Jahr 1394. Bereits viel früher aber scharten sich erste Siedlungen um die Festung. Im Laufe der Jahrhunderte mit Blütezeiten aber auch Kriegen, einem verheerenden Großbrand und dem vorübergehenden Verlust der Stadtrechte im Jahr 1870, wurde Olsztyn zu dem, was es heute ist : eine schöne, etwa 8000 Einwohner zählende, herrlich gelegene Gemeinde, die sowohl dem geschichtlich interessierten als auch dem natur- oder sportbegeisterten Besucher gleichermaßen viel zu bieten hat. An Sehenswürdigkeiten wäre da neben der bereits erwähnten Burg die aus dem frühen 18 Jahrhundert stammende Kirche des Hl. Johannes des Täufers zu nennen, in der gleich fünf reich verzierte Altare zu bewundern sind. Die alten Gewölbe bergen den gut 200 Jahre alten mumifizierten Leichnam eines namenlosen Kämpfers der Konföderation von Bar. Die um die Kirche wachsenden alten Linden werden sich seiner noch erinnern können...
Einmal in Olsztyn zu Besuch, sollte man sich keinesfalls das alte bunte Gehöft des hiesigen Künstlers Jan Wiewior entgehen lassen. Gerade einmal 200 m ist es von unserem Hause entfernt. Der Gastgeber versteht es vortrefflich, seine Gäste mit spannenden Sagen und Geschichten rund um die Olsztyner Burg, untermauert durch eine in einem unterirdischen Gewölbe dargebotene prachtvolle Kulisse, zu fesseln. Seine in einem 15-jährigen Schaffensakt entstandene weitgehend bewegliche Krippe mit über 800 mit Liebe zum Detail geschnitzten Figuren ist eine beachtenswerte Rarität. Ein weiteres sehr dankbares Ausflugsziel stellt nicht zuletzt das Olsztyner Theater "Die Scheune" (Teatr Stodola) dar, gegründet von Stacho Brzezina. Wahrlich ganz spezieller Art ist das hier auf das Publikum wartende Kulturerlebnis. Eine dicke Griebenschmalzschnitte in der Hand und auf einem mit Heu gestopften Sack sitzend, wohnt hier der Zuschauer vergnügt dem vielgestaltigen Programm bei.
Die einmalige Schönheit der Umgebung von Olsztyn und Tschenstochau muss das Herz eines jeden Naturfreundes unweigerlich höher schlagen lassen. Wie aus einem Bilderbuch sind die skurillen Felsformationen, hängende Bergkessel, Gräte, die prächtigen Buchenwälder und die einzigartige, seltene Tier- und Pflanzenwelt. Der Eintrag ins Naturschutzregister trug dem enormen Erhaltungswert dieser Welt Rechnung. Das größte der vielen Naturdenkmäler der Region ist das direkt an Olsztyn angrenzende Naturschutzgebiet Falkenberge (Sokole Gory). Während das beeindruckende Relief dieser Bergkette Wanderer, Radsportler sowie Bergsteiger und Kletterer begeistert, kommen unter der Erdoberfläche Speläologen voll auf ihre Kosten. Ganze 46 Höhlen zählt das einzigartige unterirdische System. Die Maurycy-Höhle (Jaskinia Maurycego) gilt als die schönste Polens.
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